Kompakte Lautsprecher mit schnurloser Konnektivität sind mittlerweile von fast jedem etablierten Lautsprecherhersteller zu bekommen. Da möchte die Kieler Traditionsschmiede ELAC auch keine Ausnahme machen. Mit dem Discovery Z3 legt man in der eigenen Discovery-Serie nach. Wie sich der kompakte Lautsprecher mit WLAN- sowie Bluetooth-Schnittstelle & Roon Konnektivität geschlagen hat, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.
Wie schon Johann Wolfgang von Goethe erkannte „Wer nicht vorwärts geht, der kommt zurücke!“. Das trifft so auch auf die Kieler HiFi-Manufaktur zu, zumindest brennt das Unternehmen in den letzten Monaten ein Feuerwerk an Neuvorstellungen ab. Erst im letzten Jahr, anlässlich des 90-jährigens Firmenjubiläums, stellte man einige interessante Produkte wie die Concentro, den Miracord 90 Plattenspieler und die Uni-Fi Lautsprecher-Serie vor. Aber auch auf der diesjährigen High End in München legte ELAC nach und zeigt weitere Neuigkeiten u.a. die Aktiv-Lautsprecher der Argo Serie, mit der Vela Serie den Nachfolger der 400er Reihe und die neu aufgelegte Debut 2.0 Serie waren zu sehen.
Damit zeigt ELAC klar, dass sie es momentan mehr als Ernst meinen und wir wissen, da kommt noch mehr (...) Aber kommen wir zurück zu unserem heutigen Probanten. Der ist nicht mehr so ganz so frisch in der Aufzählung der Neuvorstellungen, aber noch aus diesem Jahr. Der ELAC Discovery Z3 ist ein kompaktes Lautsprechersystem mit WLAN- und Ethernet-Schnittstelle, bringt eine der Spotify-Connect Funktion mit und kann als Endpoint in einem ROON-Multiroom-System agieren. Für die richtige Soundperformance sind insgesamt vier Lautsprecherchassis verantwortlich, darunter koaxiale Treiber und Passivradiatoren. Bevor wir uns ganz dem Z3 widmen, erstmal eine kurze Übersicht über die technische Ausstattung.
ELAC Discovery Z3 - Technische Details | |
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Bezeichnung | ELAC Discovery Z3 |
Preis | ~ 599 EUR |
Hersteller-Homepage | www.elac.de |
Maße | 127 x 279 x 190mm (Breite x Höhe x Tiefe) |
Gewicht | 4,5 Kg Stück |
Daten | |
Design / Leistung | Aktiv-Passivradiator / 140 Watt Gesamtleistung |
Tieftöner | zwei 100mm Chassis |
Mitteltöner | zwei 100mm Passivmembrane |
Hochtöner | zwei 25mm Textilkalotten |
Anschlüsse / Streaming | WLAN, Ethernet, Bluetooth, 3,5mm Klinke Discovery, Spotify Connect, AirPlay, Roon |
Hat man den Discovery Z3 von seiner Umverpackung befreit, steht vor einem ein kleiner kompakter Lautsprecher auf dem man Anleihen der Discovery Serie wiederfindet. Sein quaderförmiges Gehäuse besitzt auf der Oberfläche eine ähnliche Gummierung, wie es schon auf dem ELAC EA101EQ-G Verstärker zum Einsatz kommt. In der Front sitzt ein großflächiges Meshgitter, welches in einer Chromumrandung eingefasst wurde und farblich den gewünschten Kontrast zum restlichen Gehäuse darstellt.
Die wenigen Steuerfunktionen sind mittig in der Front eingelassen und wurden für eine bessere Haptik, mit einer Soft-Touch-Oberfläche ausgestattet. Das komplette Gehäuse ist sehr wertig ausgeführt und das Gewicht von fast fünf Kilogramm suggeriert eine massive Bauweise.
In dem Gehäuse verbaut ELAC eine aktiv / passiv Lautsprecherkonstruktion. Für den Hochtonbereich sind zwei 25mm große Textilkalotten zuständig, die in einer koaxialer Anordnung mit je einer 100 mm Tieftonchassis, mit aramidfaserverstärkten Membranen zusammen arbeitet. Damit der Mitteltonbereich auch eine angemessene Beachtung findet, befinden sich auf der Rückseite zwei Passivradiatoren, die diesen Frequenzbereich in seiner Abbildung unterstützen sollen.
Diese Schallwandler werden von vier leistungsfähigen Verstärkern angetrieben, die bis zu 140 Watt Gesamtleistung bereitstellen können. Weil nicht alle Schallwandler gleich viel Leistung benötigen, bekommen die Basslautsprecher mit je 50 Watt das größte Stück vom Kuchen ab. Für die Hochtöner bleiben somit noch je 20 Watt übrig. Um mit dem kleinen Wireless-Lautsprecher in Verbindung treten zu können, verfügt der Z3 über einige Schnittstellen. Für die kabelgebundene Kommunikation stehen ein 3,5mm Klinkeeingang und ein Ethernetport fürs Streamen zur Verfügung. Dem zu Seite stehen natürlich auch kabellose Zuspielmöglichkeiten in Form von Bluetooth, AirPlay, Spotify Connect und WLAN.
Optisch ist der Quader aus der Kieler Manufaktur schon mal ein Hingucker. Eingesetzte Materialien und deren Verarbeitung vermitteln ELACs hohen Anspruch. Die eckige Grundform des Gehäuses wird durch die Rundungen schön aufgefangen und das stimmige Design des Lautsprechers runden den positiven Eindruck ab. Kommen wir zum Praxistest.
Der Discovery Z3 ist von ELAC als reiner Streaming-Lautsprecher konzipiert, sehen wir vom dem analogen 3,5mm Klinkeeingang einmal ab. Neben Spotify Connect, Airplay und Bluetooth unterstützt der Z3 mit Roon die wohl aktuell interessanteste Software-Llösung im HiFi-Bereich. Dafür ist aber ein separater Server nötig, der diese Softwarelösung bereitstellt, denn der Z3 kann nur als Roon-Endpoint agieren und nicht als eigenständige Version. Aber da hat ja ELAC mit dem Discovery DS-A101-G genau den richtigen Partner im Portfolio, um den Z3 mit der nötigen Musik zu versorgen.
Bevor man den Z3 nutzen kann, muss man eine Installation mittels smarten Geräts über sich ergehen lassen, die aber dank der eigens dafür erstellten App schnell von der Hand geht. Einfach mittels Bluetooth mit dem Z3 in Kontakt treten und das gewünschte WLAN-Netzwerk hinterlegen. Einfach geht es nur noch mit dem Netzwerkkabel, da hier keine Konfiguration von Nöten ist.
Die App hält aber noch weitere Funktionen bereit, die zur klanglichen Anpassung dienen. Neben der üblichen Lautstärkeregelung, kann der Nutzer die Höhen und Tiefen seinen Bedürfnissen nach anpassen. Für optisch empfindliche Leute ist auch die Front-LED in ihrer Intensität regulierbar, oder eben komplett abschaltbar. Nachdem wir nun den kompakten Wireless-Lautsprecher eingerichtet haben, widmen wir uns dem Klangcheck.
Die Software ROON hatten wir uns im Testbericht (inklusive Video) zum ELAC Discovery Music Server genauer angeschaut
Wir integrierten den Z3 in unsere Netzwerkumgebung mittels Ethernet-Port, um die maximale Bandbreite für das Musikstreaming nutzen zu können. Das verbaute WLAN-Modul gehört jetzt auch nicht unbedingt zu den leistungsfähigsten seiner Art. Wo andere Lautsprecher noch ohne Probleme streamen konnten, zickte der Z3 etwas rum und wollte Partout keine problemlose Fernbeziehung mit dem Router führen (2 Zimmer, drei 40iger Wände). Etwas näher aufgestellt, bietet aber auch diese Schnittstelle eine unterbrechungsfreie Wiedergabe in hoher Qualität. Als Zuspieler diente der ELAC Discovery DS-S101-G Music Server, da er mit der passenden Roon-Unterstützung den perfekten Spielpartner verkörpert.
Mit dem neuen Album von Christina Aguilera Liberation möchten wir unseren Souncheck beginnen. Der Song Twice ist stimmlich mal wieder ganz großes Kino und das kann auch der Z3 Lautsprecher mit seinem Klangbild so unterstreichen. Die Stimmfarbe der Ausnahmekünstlerin ist erkennbar vom Lautsprecher interpretiert und bietet eine schön feine klangliche Zeichnung. Das begleitende Klavier ist im Geschehen passend platziert und unterstützt die kraftvolle Stimme bei ihrer Ausübung. Das Klangbild ist sehr ausgewogen, man muss aber die Klangregler etwas anpassen um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. In den Werkseinstellung geht der Z3 etwas basslastig zu Werke und die Höhen wirken wenig ausgeprägt. Dank der Anpassungsmöglichkeiten kann dem aber Abhilfe geschaffen werden - das Ergebnis kann sich dann aber wirklich hören lassen.
Mit Black & White von der Legende Michael Jackson möchten wir etwas den Beat anziehen. Wer kennt das Intro und das enthaltene Szenario nicht, der Sohn möchte sich seiner Musik angemessen widmen und der Vater hat etwas dagegen. Dem angelehnt möchten wir wissen, ob der kompakte Z3 auch vielleicht unsere Nachbarn zum Klopfen anregen könnte... Der „kleine“ macht ganz schön Radau, die möglichen Pegel sind enorm und selbst bei höchsten Lautstärken verliert der Z3 nicht seine Souveränität. Man möchte kaum glauben, dass die Beschallung gerade dieser kleine Quader vornimmt was in echten HiFi-Ambitionen mündet. Denn die akustische Darstellung hat es in sich, der Höhen- und Mitteltonbereich bietet ein angenehmes Auflösungsvermögen und stimmlich ist der Godfather der Popmusik würdevoll wiedergegeben und beherbergt den richtigen Sitzplatz in der gut gestaffelten Bühne. Aber auch der Tieftonbereich ist sehr ausgeprägt, bringt einen guten Punch mit und kann unseren Hörraum mit einer guten Präsenz füllen.
Damit dem Z3 nicht langweilig wird legten wir abschließend Thunderstuck von AC/DC auf, damit ist jetzt auch endgültig Stimmung in der Bude. Die Gitarrensounds werden uns um die Ohren geknallt, der Beat besitzt das richtige Timing um den Kopf zum wippen anzuregen und stimmlich haut der Z3 alles raus, was aus so einem kleinen Koaxtreiber möglich ist. Der Sound ist in den einzelnen Ebenen sehr strukturiert aufgebaut, die Gitarre von Angus Young bekommt die richtige Portion an Zuwendung, aber nicht zu viel um irgendwie dominant zu erscheinen. Im Gegensatz zu manch anderen, hat der Z3 die Integrationspolitik verstanden und bietet Brain Johnson zumindest stimmlich, die richtige Plattform um seinen Äußerungen Ausdruck zu verleihen. Der Song macht richtig Bock, der ELAC Z3 Wireless Lautsprecher verfügt über die nötige Dynamik um das stimmig dem Hörer zu präsentieren und liefert eine klasse Vorstellung. Kommen wir zum Fazit.
Wie so oft bei ELAC Produkten, fällt uns auch hier das Fazit nicht schwer. Der Discovery Z3 Wireless Lautsprecher ist ein hochwertig verarbeiteter und wirklich designtechnisch gelungenes Stück HiFi-Technik. Die eingesetzten Materialen harmonieren vom Erscheinungsbild und der Haptik gut miteinander und hinterlassen einen wertigen Eindruck.
Auf der technischen Seite packt ELAC einiges in den Quader und bietet neben Airplay, Spotify Connect, Bluetooth auch zwei Netzwerkschnittstellen mit WLAN und einen Ethernet-Port. Aber auch bei den Schallwandlern lässt sich das Kieler Unternehmen nicht lumpen und packt insgesamt vier Lautsprecherchassis in das Gehäuse, die auf eine Gesamtleistung von 140 Watt zurückgreifen können.
Das äußert sich auch in der klanglichen Wiedergabe. Der smarte Lautsprecher kombiniert modernste Schnittstellen - auch eine Roon-Integration mit einer akustischen Ausrichtung die auch HiFi-Liebhabern gerecht werden sollte. Das Klangbild ist sehr ausgewogen, bietet eine sehr detaillierte Abstimmung in den einzelnen Bereichen und trotz kompakter Maße, ist auch ein echter Tieftonbereich hörbar. Kleiner Wermutstropfen ist die etwas schwächelnde WLAN-Leistung des Z3s.
Mit einem Preis von 599,- Euro ist der ELAC Discovery Z3 in einem fairen Preisgefüge. Akustisch erwachsen, moderne Schnittstellen inklusive Roon-Unterstützung und dazu kompakte Maße, dies alles sind Attribute die man zusammen nicht allzu oft am Markt findet. Der Wireless Lautsprecher bekommt von uns eine klare Kaufempfehlung.
ELAC Discovery Z3 | ||||
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+ Software / Installation + wertige Materialien + Designsprache + technische Ausstattung + Klangbild / Auflösungsvermögen + Pegelreserven / Tiefton | - WLAN etwas "Schwach auf der Brust" - Bluetooth Verbindung ohne "HD" |
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