Rita, Anwältin in Mexiko-Stadt, schlägt sich mit Fällen durch, die ihre moralischen Überzeugungen immer weiter untergraben. Und obwohl sie erfolgreich ist, verdient sie lange nicht so viel wie ihre männlichen Kollegen. Als sich plötzlich der berüchtigte Drogenboss Manitas meldet, rechnet sie mit dem Schlimmsten – doch statt Gewalt bietet er ihr Geld. Viel Geld.
Für einen ungewöhnlichen Auftrag: Sie soll ihm helfen, einen Schönheitschirurgen zu finden, dem man vertrauen kann. Denn Manita möchte sein altes Leben beenden – als Mann und als Gangster. Bereits seit zwei Jahren nimmt er Hormone und wünscht sich nichts sehnlicher als die Geschlechtsumwandlung. Trotz aller Zweifel nimmt Rita den Auftrag an und ermöglicht Manitas den Übergang zu Emilia. Jahre später lebt diese ein abgeschiedenes, scheinbar neues Leben und nutzt ihr Vermögen, um den Opfern ihrer Vergangenheit zu helfen. Doch alte Sünden lassen sich nicht so leicht abschütteln …
Emilia Pérez – ein Film, der eigentlich Geschichte schreiben sollte. Ein Cannes-Gewinner, ein Oscar-Anwärter, ein cineastisches Wagnis zwischen Genre-Mut, gesellschaftspolitischem Anspruch und musikalischer Theatralik. Und dann scheitert er – nicht nur an den Social-Media-Altlasten seiner Hauptdarstellerin, sondern auch an sich selbst. Dabei beginnt alles vielversprechend: Emilia Pérez startet wie ein klassischer, düsterer Thriller. Die Kamera taucht ab in die Schattenwelt des Drogenmilieus, wenn ein mächtiger, eiskalter Kartellboss – Manitas – sich an eine ambitionierte Anwältin wendet. Der Auftrag: Er will verschwinden, nicht ins Exil, sondern in ein neues Leben. Doch nicht einfach als unauffälliger Bürger, sondern als Frau – als Emilia Pérez. Es ist ein Setup, das fesselt, weil es anders ist.
Und weil Karla Sofía Gascón in der Rolle des Gangsterbosses mit einem faszinierenden Wechselspiel aus Härte, Wut und latenter Zerbrechlichkeit in der Rolle der Figur von Manitas beginnt. Doch dann, kaum ist man in der Atmosphäre der ersten Minuten angekommen, setzt Musik ein – wortwörtlich. Zoe Saldana beginnt zu singen. Kein Score, kein Voice-over, sondern Musical. Der Moment ist der erste Bruch. Und es bleibt nicht der Letzte. Wo man sich vielleicht auf einen psychologisch dichten, sozialkritischen Thriller eingestellt hatte, öffnet sich Emilia Pérez in eine ganz andere Richtung: ein Musical über Transformation, über Schuld, Reue – und über Geschlechtsangleichung.
Es ist zweifellos ein mutiger Schritt, in einer Zeit, in der Trans-Themen nicht nur sensibel, sondern zunehmend politisch aufgeladen diskutiert werden, einen Film zu produzieren, in dem ein gefürchteter Drogenboss zur Frau wird und fortan als sozial engagierte Lichtgestalt durch Mexiko zieht. Doch Mut allein macht keinen guten Film. Der zweite Teil von Emilia Pérez verliert sich zunehmend in einer holzschnittartigen Erlösergeschichte. Aus Manitas wird Emilia – aus dem gefürchteten Killer eine mütterlich-sanfte Samariterin, die sich aufopferungsvoll um Witwen, Waisen und Opfer (auch) ihrer eigenen Taten kümmert. Das Problem dabei: Diese Wandlung ist nicht nur klischeehaft überzeichnet, sondern durch die Musicalnummern teils überzuckert, bzw. völlig daneben.
Besonders eine Szene in einem thailändischen OP-Zentrum, bei der im Refrain fröhlich über Geschlechtsorgane gesungen wird, lässt einen sprachlos zurück. Nicht wegen ihres Tabubruchs – sondern weil sie so erschreckend deplatziert, tonal verwirrend und gesanglich schwach ist. Man könnte das als Stilmittel sehen – als bewusste Grenzüberschreitung, als Versuch, das Groteske mit dem Tragischen zu verbinden. Doch dazu fehlt dem Film die erzählerische und inszenatorische Konsequenz. Die Brüche sind nicht gewollt irritierend – sie wirken schlicht unfertig
Erst im letzten Drittel kehrt Emilia Pérez zu seinen Thrillerwurzeln zurück. Die Vergangenheit holt die Figur ein – und mit ihr auch die Schuld, die nie ganz abgelegt werden konnte. Das ist erzählerisch stringent gedacht und schlägt den Bogen zurück zum Anfang. Doch zu diesem Zeitpunkt hat man sich als Zuschauer bereits mehrfach gefragt, ob dieser Film eigentlich weiß, was er sein will – oder ob er einfach alles sein wollte. Und dabei alles nur halb. Natürlich wird es Stimmen geben, die Emilia Pérez als bahnbrechend feiern, allein für seinen Versuch, Transidentität in einem Genremix sichtbar zu machen. Und ja: Sichtbarkeit ist wichtig. Aber Sichtbarkeit benötigt mehr als plakative Figuren, (teils) schiefe Songs und eine Botschaft mit Holzhammer.
Das Thema verdient Differenzierung, Subtilität – keine Operette im Drogenmilieu, die mitunter in Telenovela-Optik abdriftet. Dass Emilia Pérez am Ende nicht der große Oscar-Abräumer wurde, liegt sicherlich nicht nur an den umstrittenen Tweets der Hauptdarstellerin, die nach der Premiere auftauchten und für einen Shitstorm sorgten. Es liegt auch daran, dass der Film selbst nicht weiß, wie ernst er sich eigentlich nimmt. Und weil er mit einer Idee, die provokant und originell hätte sein können, am Ende in ein Feuerwerk aus Klischees, überdrehten Musicalnummern und halbherzigem Pathos abdriftet. Emilia Pérez hätte viel sein können. Am Ende ist er vor allem eins: ein großes, schillerndes Missverständnis.
Emilia Pérez fängt noch vielversprechend an, versinkt dann aber zusehends in knietiefen Klischees, die auch der eine oder andere gelungene Song sowie das engagierte Spiel der beiden Hauptdarstellerinnen nicht umschiffen kann. Zu unausgegoren wirkt das Endergebnis, zu gewollt und am Ende leider eher Stereotype unterstützend als sie abbauend. Auch visuell ist der Film ein zweischneidiges Schwert. Zum einen gibt’s tolle Kamerafahrten und schöne Sets, die dann teils von billigen Telenovela-Settings untergraben werden.
((Copyright Szenenfotos: © Neue Visionen Medien GmbH.)))
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