Auf der High-End 2018 in München konnte man schon einen Blick auf ELACs neueste aktive Lautsprecher-Reihe werfen: Nun sind die ELAC Navis genannten Geräte am Markt erhältlich und wir haben es uns nicht nehmen lassen, diese auch auf den Prüfstand zu stellen. Dazu wurden mit den ELAC Navis ARF-51 auch gleich die Standlautsprecher in die Redaktion geholt. Diese aktiven Modelle mit AirX2-Wireless Schnittstelle scheinen eine vielversprechende Interpretation bereitzuhalten.
Die neue Navis-Serie ist schon die zweite aktive Lautsprecherserie, die man kabelgebunden genauso wie kabellos ansteuern kann. Die schon länger am Markt befindliche Air-X-Serie liegt preislich aber deutlich über der neuen Navis-Serie und bildet die Speerspitze der aktiven Lautsprecher-Reihe im ELAC Portfolio.
Aktuell umfasst die Navis-Serie zwei Modelle. Neben den hier vorgestellten Standlautsprechern ARF-51, gibt es noch die kompakten ARB-51 Regallautsprecher. Beide sind mit den gleichen Fähigkeiten bewaffnet und verfügen über kabelgebundene Schnittstellen, wie auch einen Wireless-Transmitter der zusammen mit dem optionalen Discovery Connect die Navis-Serie kabellos mit Streaming-Medien versorgen kann.
Neben den eigentlichen Standlautsprechern, liegt jedem Paket eine Netzkabel und Anleitung bei. Für die Aufstellung muss noch der separate Sockel mit dem Gehäuse verschraubt werden.
Farblich kann der Interessierte zwischen Schwarz Hochglanz, Weiß Hochglanz und dem Hochglanz Furnier Emara wählen. Bevor wir uns den Lautsprechern genauer widmen, eine kurze Übersicht in Form einer Tabelle mit allen technischen Fähigkeiten der ARF-51 aus der Navis-Serie.
ELAC Navis ARF-51 - Technische Details | |
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Bezeichnung | ELAC Navis ARF-51 |
Preis | ~ 3998,- EUR Paarpreis |
Hersteller-Homepage | |
Maße | 189 x 1025 x 240mm (Breite x Höhe x Tiefe) |
Gewicht | 21,0 Kg Stück |
Daten | |
Design | 3-Wege-System, Vollaktiv(Bassreflex) |
Frequenzband | 43 Hz - 28.000 Hz |
Eingänge | Cinch / XLR / AirX² Wireless |
Chassis | 25mm Kalotte |
Übergangsfrequenz | 260 / 2200 Hz |
Verstärker | Tieftonbereich 160 Watt, Bash |
Wer öfters Standlautsprecher akustisch interviewt, weiß das dem Postboten meist eine schweißtreibende Anlieferung bevorsteht, gerade wenn es sich um aktiven Vertreter handelt. So auch die Navis ARF-51, die mit einem Lebendgewicht von knapp über 20 Kilogramm daher kommen. Aber am Gewicht möchten wir die Lautsprecher nicht beurteilen, optisch sind die Navis ARF-51 aber schonmal eine echte Augenweide (...)
Nach dem man den separat verpackten, massiven und schweren Sockel mit dem Lautsprecher verschraubt hat, muss man nur noch die Spikes in die dafür vorgesehene Metallgewinde einschrauben und es kann losgehen. Optisch sind die Standlautsprecher ein absoluter Hingucker. Die sehr grazile Formgebung wird von einem exzellent aufgetragenen Lackkleid unterstrichen und wie schon bei der Vela-Serie (zum Artikel), verjüngt sich das Gehäuse nach hinten, aber etwas weniger ausgeprägt. Die Kanten vom MDF-Gehäuse sind stark abgerundet, was in einer leicht gebogenen Schallwand mündet und somit Reflexionen an den Kanten entgegenwirkt. Aber das hat nicht nur akustische Vorteile, sondern die wohlgeformten Rundungen lockern das Erscheinungsbild gekonnt auf. Es ist interessant mit welchen einfachen Stilmitteln man der üblichen Kastenform Eleganz und eine Art Leichtigkeit verleihen kann. Mehrere weibliche Besucher haben den ELAC auch den "Woman acceptance factor (WAF)" zugesprochen, verdient unserer Meinung nach.
Die vollaktiven Lautsprecher sind als 3-Wege-System ausgeführt, somit ist für jeden Frequenzbereich ein eigener Schallwandler zuständig - im Falle der ARF-51 sogar gleich drei für die Tieftonbereiche. Besonders gut gefallen hat uns die perfekte Einpassung der Schallwandler in die Schallwand. Die einzelnen Chassis wurden sehr genau in der Front eingelassen, es sind nur minimale Spaltmaße anzutreffen und die anthrazite Blende für die drei oberen Treiber wirkt wie aus einem Guss mit dem Gehäuse. Ein optisch stimmiges Detail, welches die erstklassige Verarbeitungsqualität unterstreicht. Für den Hoch-Mitteltonbereich ist ein Koaxialtreiber zuständig, der als Punktschallquelle klare Timingvorteile gegenüber zwei einzelnen Treibern besitzt. Für den Hochtonbereich von 2.200 – 28.000 Hertz ist die 25mm große Hochtonkalotte zuständig, der Aluminium-Mitteltöner der die Kalotte umrahmt, agiert zwischen 260 – 2.200 Hertz. Darunter widmen sich drei 150mm große Aluminium-Tieftöner dem Bassbereich, die laut Datenblatt bis auf 43 Hertz herunterspielen können.
Dabei werden sie von drei nach hinten ausgeführten Bassreflex-Ports unterstützt. Die komplette Elektronik der etwas über einen Meter großen ARF-51 sitzt im Sockel des Lautsprechers, was man auch an dem optisch getrennten unteren Abschnitt erkennt. Dort sitzt die Verstärkertechnik, die man bewusst für alle Frequenzbereiche aufteilt und differenziert agieren lässt. Für den strom-hungrigen Tieftonbereich setzt man auf eine 160 Watt Endstufe im Bash-Design, die so ähnlich auch schon im kompakten ELAC EA101EQ-G Verstärker zum Einsatz kommt. Dieses „Bridged Amplifier Switching Hybrid System“ soll sich durch einen hohen Wirkungsgrad ohne Class-D-Störeffekte auszeichnen und dabei eine verzerrungsarme Signalverstärkung erreichen.
Auf diese Art der Verstärkung setzt auch der Mitteltonbereich, aber bekommt nur eine Endstufe mit 100 Watt zugewiesen, braucht aber auch deutlich weniger Energie. Beim Hochtonbereich greifen die Kieler auf bewährte und die schon etwas angestaubte Class A/B Technik zurück. In diesem Frequenzband benötigt man auch nicht soviel Leistung, was die 40 Watt Endstufe unterstreicht und somit den Aufwand für die Kühlung dieser analogen Endstufe gering hält. Ob dieser Schritt aus kaufmännischer Sicht getroffen wurde oder rein akustische Absichten hatte, dass weiß wohl nur die Crew der ELAC Entwicklungsabteilung oder eben Andrew Jones, der schon für die Entwicklung der ELAC-Serien Andante, Debut und Uni-Fi zuständig war und auch in die Navis-Serie sein Wissen einfließen ließ. Die Class-D-Technik, oder auch Pulsweiten-Verstärker haben jedenfalls aufgrund der Schaltungstechnik mit Todbandzeiten (Beim Umschalten zwischen positiver und negativer Halbwelle, müssen für einen kurzen Moment beide Transistoren komplett geschlossen sein, ansonsten entsteht ein Kurzschluss) zu kämpfen und dem können Ton-Ingenieure nur mit aufwendigen Rückkopplungsschaltungen entgegen wirken.
Somit ist es günstiger und einfacher für den Hersteller hier auf eine Class A/B Schaltung zurückzugreifen, die im Bereich Verzerrungen deutlich unproblematischer agieren und somit aufwendige Schaltungen überflüssig machen. Dazu benötigt eine Hochtonkalotte auch nicht exorbitant viel Leistung, die z. B. ein Tieftöner vom Verstärker fordert. Somit kann auch bei geringen Platzverhältnissen eine Class A/B Endstufe ausreichend passiv gekühlt funktionieren. Im Gegensatz zur dezenten und sehr edlen Front der Standlautsprecher, protzt auf der Rückseite der Navis ARF-51 eine großes und umfangreiches Anschlusspanel mit allerhand Schnittstellen und Einstellungsmöglichkeiten. Für die Kommunikation stehen dem Nutzer ein Cinch- und XLR-Eingang zur Verfügung. Hierbei ist zu beachten, dass jeder Lautsprecher mit einem Kabel versorgt werden muss, somit das Kabel für den rechten Kanal in der rechten Box und umgekehrt sitzen muss. Anders löst es z. B. Nubert, wo es Master und Slave gibt, eine Lautsprecherbox alle Signale entgegennimmt und diese dann verteilt. Dazu kommt, dass die Navis über keine eigene Lautstärkeregelung verfügen und somit eine Vorstufe oder anderes Gerät mit eigenständiger Steuerung der Lautstärke voraussetzt, wie z.b. den ELAC Discovery Music Server. Sollte das Eingangssignal zu schwach oder zu stark sein, kann mit dem Gain-Wahlschalter dieses korrigiert werden.
Aber auch an akustische Anpassungen an die räumlichen Gegebenheiten hat das Kieler Unternehmen gedacht und stattet die Navis, im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern, mit einer haptischen Kontrolle über das Klangbild aus. Denn anstatt einer App, die ein smartes Gerät voraussetzt, stehen auf der Rückseite Schieberegler zur Anpassung bereit. Mit diesen können die einzelnen Frequenzbereiche um je eine Stufe angehoben bzw. abgesenkt werden. Wer einen Subwoofer einbinden möchte, kann auch den Hochpassfilter aktivieren bzw. einstellen und somit eine klare Trennung des Frequenzbereiches definieren. ELAC verzichtet hier komplett auf eine externe Steuerung und so ist auch die Wahl des Eingangssignals nur auf der Rückseite der Lautsprecher wählbar, was eventuell im Alltag etwas nervig sein könnte, muss man doch immer hinten am Lautsprecher „rumfummeln“. Wer eine Vorstufe bzw. AV-Receiver mit Pre-Outs nutzt und damit alle Signale zuspielt, sollte damit kein Problem haben. Wer aber zwei unterschiedliche Geräte, wie Fernseher und bspw. einen Musikserver mit den Lautsprechern direkt verbinden möchte, sollte sich dem vorher klar sein.
Neben der kabelgebundenen Kommunikation, hat der Hersteller den Lautsprechern aber auch eine Wireless-Schnittstelle spendiert, zu erkennen auf der Rückseite an der Pair-Taste, Info-LED und dem Kanalwählschalter. Wer einen AirX² Transmitter besitzt, kann die Lautsprecher auch kabellos ansprechen. Aktuell geht das nur über den neuen Discovery Connect, aber im September dieses Jahres soll laut ELAC auch noch ein „einfacher“ Airx²-Transmitter auf den Markt kommen, der über einen Eingang zur Signalverteilung verfügt. Wir haben uns aber schon den Connect aus der Discovery-Reihe mitschicken lassen und schauen uns den auf der nächsten Seite mal genauer an.
Der Discovery Connect stellt aktuell die neueste Schöpfung der AirX²-Technologie aus dem Hause ELAC dar. Dieser ermöglicht eine kabellose Zuspielung via 44kHz/16 Bit, also in CD-Qualität, zu den ELAC Navis ARF-51 Standlautsprecher bzw. ARB-51 Regallautsprecher. Diese Zuspielung erfolgt aber ausschließlich über Airplay, Roon (Endpoint), Bluetooth oder Spotify Connect. Eingänge besitzt der Connect keine, kann somit über seine Ausgänge nur die vorher genannten Eingangssignale verteilen, indem er sie an weitere Gerätschaften weitergibt oder direkt zu den verbundenen Lautsprechern sendet.
Bei den Ausgängen stehen einmal native Digitalausgänge zur Verfügung, die die Signale mit bis zu 192 kHz / 24 Bit weitergeben und sich zur direkten Kommunikation mit Verstärker, Vorverstärker oder z. B. DACs eignet. Die kombinierte Analog-Digital-Sektion, konvertiert jegliches Audioformate in 96 kHz / 24 Bit und unterstützt Roon Ready, Discovery Ready, Spotify Connect, AirPlay und Bluetooth.
Was uns nicht ganz klar ist, warum ELAC beim Discovery Connect grundsätzlich auf einen Eingang verzichtet. Wäre es mit nur einem Eingang doch ein Wireless-System, welches z.B. auch in ein bestehendes Heimkino integriert bzw. ein vollwertiges kabelloses Stereo-Setup abbilden könnte. So ist die Zuspielung nur auf die genannten reduziert und schränkt die Flexibilität des Systems bei der Wireless-Nutzung ein. Zur Integration in das heimische Netzwerk kann der Nutzer wählen, zwischen einer potenten WLAN-Schnittstelle oder der üblichen Ethernet-Variante. Beide erreichen eine ausreichende Bandbreite, um auch hochauflösendes Material in würdevoller Qualität zum Connect zu transportieren.
ELAC Discovery Music Server (links) - ELAC Discovery Connect (rechts)
Die komplette Technik sitzt beim Discovery Connect in einem matten Kunststoffgehäuse, welches dem Discovery Music Server mit seinem Aluminiumkleid optisch natürlich nicht das Wasser reichen kann, aber trotzdem eine angenehme Haptik bietet und mit der glänzenden Front zumindest die Erscheinung der Discovery-Serie fortführt. Wie man mit dem Connect im Alltag umgeht bzw. wie man die Verbindung mit den Navis Lautsprechern herstellt, haben wir uns im Praxistest auf der nächsten Seite genauer angesehen.
Bevor wir uns der klanglichen Beurteilung der ELAC Navis widmen, möchten wir uns den alltäglichen Umgang mit den Aktiv-Lausprechern in Verbindung mit dem Discovery Connect anschauen. Nach dem „Pairen“ der Lautsprecher mit dem Connect, was übrigens kinderleicht und innerhalb von 2-3 Minuten erledigt ist, bietet die App für den Connect einfache Bedienmöglichkeiten des Systems. Neben der elementaren Lautstärkeregelung, kann auch in der Software-Oberfläche die Intensität der LED eingestellt werden, was ein kleiner Fortschritt zum Discovery Music Server darstellt, der bei der LED nur An oder Aus kennt.
ROON-Endpoint bei Nutzung eines Discovery Music Servers
Des Weiteren kann in der Discovery Connect App das WLAN konfiguriert oder die Firmware auf den aktuellen Stand gebracht werden. Wer keine Lust auf die Nutzung eines smarten Geräts zur Steuerung des Connect hat, der kann das Gerät auch mittels Weboberfläche voll konfigurieren. Die kabellose Kommunikation zwischen Connect und ARF-51 funktionierte in den drei Tagen intensiven Nutzens zuverlässig und bot keine Abbrüche oder Probleme bei der Signalübertragung. Die Auflösung von 44 kHz / 16 Bit reicht auch für die meisten audiophilen Gemüter aus, wer es noch etwas intensiver erleben möchte muss dann auf eine kabelgebundene Variante zurückgreifen.
Signal-LEDs dezent in der Front und klar auf der Rückseite
Wie bei vielen aktiven Lautsprechern, ist bei der Nutzung der Wireless-Schnittstelle meist ein Grundrauschen zu vernehmen, da bildet auch die ELAC Navis keine Ausnahme. Dieses minimale „Rauschen“ ist aber nur bei sehr leisen Tönen wirklich wahrnehmbar und im normalen Musikbetrieb nicht störend, für unsere Ohren jedenfalls (…)
Für den Klangcheck wurde passenderweise der ELAC Discovery Music Server mit den Navis Standlautsprechern direkt verbunden, um keinen Flaschenhals mit der Wireless-Übertragung in die Beurteilung mit einfließen zu lassen. Aber wir können vorweg klar stellen, die Klangqualität auch über die kabellose Schnittstelle ist hervorragend, mittels Kabel nimmt minimal die räumliche Darstellung zu und etwas mehr Detailauflösung ist zu vernehmen. Grundsätzlich eignen sich aber beide Schnittstellen zum entspannten und würdevollen Musikhören. Die Aufstellung der Lautsprecher ist unkompliziert, die Navis mögen etwas Abstand zur Rückwand, in unserem Fall waren es 35 Zentimeter. Einwinkeln ist bei unserer Aufstellung kaum nötig, das Abstrahlverhalten erzeugt an unserem Hörplatz ein wunderbares Stereodreieck. Die Navis ARF-51 stehen bei uns ungefähr 2,80m auseinander und zum Hörplatz sind es knapp 2,50 Meter, also ein nur fast perfektes Stereodreieck. Der Vollständigkeit halber müssen wir noch erwähnen, dass wir den Mittel- und Hochton auf +1 auf der Rückseite angehoben hatten, weil uns so das Klangbild am besten zusagte. Eine klare Empfehlung kann man hier aber nicht aussprechen, hier gilt das Motto "Probieren geht über Studieren". Letztlich ist der Klang auch stark von den räumlichen Gegebenheiten abhängig und am Ende entscheidet ja dann doch immer die persönliche Präferenz.
Beginnen möchten wir mit Diana Krall und Desperado, welches als FLAC-Datei in 44 kHz/24 Bit auf unserem Server liegt. Mit zarten Klavieranschlägen steigen die ELAC auch wunderbar in das Geschehen ein. Man hört direkt eine klare Struktur in den einzelnen Anschlägen, sehr klar in der Abbildung und mit der nötigen Räumlichkeit gepaart. Gerade das fein rauchige in der Stimme hat es uns angetan, nicht das wir es nicht kennen würden, aber die Navis verstehen damit umzugehen und erzeugen eine sehr stimmige Emotionalität, was dem Song sehr zuträglich ist und der Künstlerin gerecht wird. Sie übertreiben auch nicht in den einzelnen Bereichen, Mittel- und Hochton geben sich klasse abgestimmt die Klinke in die Hand und der in diesem Song weniger ausgeprägte Tiefton hält sich im Hintergrund, bei Abruf aber sofort zur Stelle.
ROON-Oberfläche des ELAC Discovery Music Servers
Das unterstreicht auch das männliche Pendant Gregory Porter mit Take me to the Alley, welches wir mit 96 kHz/24 Bit zuspielten. Von Anfang an sitzt der Künstler, bei geschlossenen Augen, mitten im Raum vor dem Hörplatz, fast greifbar platzieren die ELAC das Bühnenbild. Die Stimme klingt transparent, fein strukturiert in den einzelnen Facetten und mit dem wohl dosierten Klavier bzw. der perfekt inszenierten Trompete im Hintergrund, fügt sich alles zu einer wunderbaren musikalischen Darbietung. Der sanfte, aber kräftige Beat untermalt das gekonnt, sitzt sehr präzise vom Timing und bringt die nötige Aussagekraft für das Stück mit.
Mit Led Zeppelin und Whole lotta love, was auch sonst, wollen wir weiter machen und sind begeistert von den einsetzenden Gitarrenklängen. Die sehr anregenden Riffs wandern durchs Bühnenbild, die ELAC spielen herrlich leicht auf und verstehen selbst den Hi Hats des Schlagzeugs eine klare Zeichnung zu verpassen. Auch bei höheren Pegeln agieren die Navis völlig unangestrengt und begeistern mit einer fachlichen Kompetenz in allen Frequenzbändern. Man könnte meinen, die Entwickler hätten den Navis auch psychedelische Mittel, wie so üblich in den sechziger Jahren, verabreicht. Die etwas wirre Stimme und Gitarrensounds wandern völlig "verpeilt" durch den Raum, aber immer passend und mündet in einer erstklassigen Darbietung dieses Klassikers.
Zur Untersuchung der Pegelfestigkeit und Tieftonfähigkeit kam wieder mal ein Track von Scann-Tec in die engere Wahl. Ne Viden bietet die perfekte Grundlage dafür, besitzt viele Effekte und ein böses Bassfundament, welches man auch nur elektronisch erreichen kann. Und, oh ja, die Navis können auch richtig böse werden bzw. verstehen es auch mal aus sich rauszukommen. Die drei Treiberchassis sorgen dafür, dass der Punch spürbar ist und herrlich knackig wahrgenommen wird. Es gibt Lautsprecher die tiefer können, wie z.b. die Nubert X-8000. Aber die ELAC verstehen den Tieftonbereich musikalisch und zeitkorrekt zu interpretieren, wie man es nur selten zu hören bekommt. Dazu füllen sie unseren Raum souverän mit Effekten, einzelne Elemente des Tracks lösen sich kinderleicht vom Lautsprecher und hüllen uns in ein prächtiges Klangbild ein. Dabei spielt es keine Rolle, ob man Freund von lauter Musik oder eher den leisen Tönen ist. Unseren Hörraum mit ca. 35m² könnten die Navis auch unangenehm laut beschallen, wenn es denn nötig wäre. Bleiben dabei aber immer Herr der Lage und wollten sich partout nicht aus der Reserve locken lassen.
Klanglich eine wirkliche Augenweide äh Ohrenweide (…) wie auch immer. Es hat wirklich Spaß gemacht die Navis akustisch zu interviewen und klanglich war das großes Kino. Somit kommen wir zum abschließenden Fazit.
Mit den neuen Navis ARF-51 ist dem Kieler Unternehmen ELAC ein wirklich schöner und klanglich hervorragender Lautsprecher gelungen. Die leicht elegante Silhouette mit den gekonnt eingesetzten Rundungen hinterlassen einen dezenten Auftritt und können durch die erstklassige Verarbeitung auch zum Hingucker im Wohnzimmer avancieren. Bei der Ausstattung bietet die Navis ARF-51 einiges aber nicht alles. Gut haben uns die Anpassungsmöglichkeiten der Klangausrichtung gefallen, sowie als auch die Wireless- bzw. kabelgebundene Konnektivität. Leider fehlt uns eine Fernbedienung für das Umschalten der Eingänge bzw. eine eigene Lautstärkeregelung. Gerade das hätte der Navis besonders gut gestanden.
Mit dem neuen Discovery Connect bekommt man einen guten Partner an die Hand, wenn es um die Wireless-Zuspielung geht. Neben Bluetooth und Spotify Connect, bietet er eine Einspeisung mittels Airplay oder kann auch als Roon-Endpoint im Multiroom-System agieren. Aber leider bietet dieser keinen Eingang und ist somit aktuell noch limitiert in seiner Einsatzmöglichkeit. Systeme wie das DALI Callisto wirken aktuell in ihrer Komplexität ausgereifter und liegen in einer ähnlichen Preislage. Aber ELAC steht mit dem System AirX² noch am Anfang ihrer Ausbaustufe. Letzlich wollen wir hier aber vordergründig nur der Navis ARF-51 auf den Zahn fühlen.
Klanglich sind diese über jeden Zweifel erhaben und darauf kommt es letztlich ja an. Ob feine Instrumentenseiten, rauchige Stimmen, druckvolle Schlagzeuge oder elektronische Elemente. Die Standlautsprecher versehen jede Facette eines Musikstücks mit klaren Strukturen, gehen detailverliebt zur Werke, aber verlaufen sich dabei nicht. Auch die räumliche Abbildung bzw. das erzeugte Bühnenbild wurde, egal mit welchem Titel, plastisch und fast greifbar aufgebaut, bei dem jedes Element die nötige Zuwendung bekam. Der Tieftonbereich unterstützt dabei sehr stimmig im Timing, ackert selbst heftige Passagen mühelos ab und überzeugte mit einem knackig konturierten Bass. Jede Vorstellung mündete in einer wirklich gelungenen Darbietung des gewählten Musikstücks, wenn nur jeder Redakteursalltag so ablaufen würde (…)
Mit einem aktuellen Paarpreis von knapp unter 4.000 Euro, sind die Aktiv-Lautsprecher ELAC Navis ARF-51 wahrlich keine Schnapper. Dafür bieten sie klanglich ein hervorragendes Erlebnis und wer mit unseren kleinen Kritikpunkten leben kann, macht mit den Lautsprechern grundsätzlich nichts falsch.
In dem Preisgefüge tummeln sich aber auch die DALI Callisto 6C inklusive Soundhub und BluOS Modul, bei den Navis muss dann noch der Discovery Connect (ca. 500 Euro) mit eingerechnet werden. Zwar haben die ELAC bei den klanglichen Fähigkeiten (im Vergleich zu den DALI) minimal die Nase vorn, aber nüchtern betrachtet hat DALI das bessere Gesamtpaket was Konnektivität, Steuerung mitsamt Streaming betrifft. Aber das kann sich schnell ändern, wenn ELAC das Ökosystem AirX² erweitert. Denn es darf ruhigen Gewissens gesagt werden, dass in diesem Bereich noch mehr vom Kieler Hersteller kommen wird. Es bleibt jedenfalls spannend im kabellosen Lautsprechersegment. Aufgrund der klanglichen Fähigkeiten sprechen wir den ELAC ARF-51 unsere Kaufempfehlung aus.
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+ Designsprache / Formgebung + wertige Verarbeitung / Integration Chassis + erstklassiges Lackkleid + ausgewogenes Klangbild + ausgeprägter Hoch-Mitteltonbereich + präziser,"knackiger" Bassbereich + Wireless-Zuspielmöglichkeit... | - ... noch ausbaufähig - keine eigene Lautstärkeregelung - Eingangswahl nur am Lautsprecher möglich | ![]() |