Seit vier Jahren ist Arthur Curry nun schon König von Atlantis. Außerdem hat er Mera geheiratet und gemeinsam haben sie mit Arthur jr. schon für die Sicherung der Thronfolge gesorgt. Manchmal ist es für Arthur zwar nicht ganz einfach, den Spagat zwischen dem Leben an Land und im Meer zu halten, doch das bisschen Gegner vermöbeln hier und Windelwechseln dort ist nichts, wenn man es mit der Bedrohung vergleicht, die sich am Horizont oder vielmehr im ewigen Eis auftut.
Denn dort hat David Kane aka Black Manta mit Wissenschaftlern einen Schwarzen Dreizack geborgen, der von ihm Besitz ergreift und ihm maximale Macht verspricht. Eine erste Konfrontation mit den Antlantern führt zu einer schwer verletzten Mera und dazu, dass Arthur nur noch einen Weg sieht, um gegen Kane zu gewinnen: Die Befreiung seines Bruders Orm aus der Gefangenschaft …
Vor rund fünf Jahren tauchte ein DC-Held an der Wasseroberfläche auf, der zuvor in zwei kürzeren Auftritten zu sehen gewesen war: Aquaman. Schon in Batman v Superman und der Justice League schwamm Jason Momoa seinen Kollegen heldenhaft zur Seite und bekam 2018 seinen ersten eigenen Leinwandauftritt. Der ausgerechnet von Horror-Spezialist James Wan (SAW) inszenierte Aquaman stellte den bis dato hellsten, positivsten und mit Abstand humorvollsten Beitrag im DCEU. Die Zuschauer dankten es mit einem Einspiel von 1.143 Mrd. Dollar, dem höchsten Ertrag innerhalb des DC-Filmuniversums (und mal eben 270 Mio. Dollar mehr als der zweitplatzierte in dem Bereich, Batman v Superman). Meinen Geschmack traf das Ganze damals so gar nicht.
Vor allem Patrick Wilson als Orm fühlte sich für mich klassisch fehlbesetzt an. Während Momoa als Titelheld Humor in das Ganze brachte, nahm Wilson seine Figur dermaßen ernst, dass er zum Abziehbild eines klischeehaften Antagonisten wurde (und dabei mindestens so blass blieb wie seine blondierten Haare). Neben der geringen Figurentiefe und einigen wirklich arg albernen Details konnte mich allerdings die Optik ebenso begeistern wie einige der Actionszenen. Im Rahmen des seinerzeit noch mit Optimismus betriebenen DCE-Universums war es natürlich gesetzt, dass man diesen so erfolgreichen Eintrag ins Franchise fortführen musste.
Und dann kam Corona. Und dann kam der Rechtsstreit aka die Schlammschlacht zwischen Amber Heard und Johnny Depp. Und dann kamen Petitionen von (in Summe 4,5 Mio.!) Fans, die den Ausschluss der Mera-Darstellerin vom Film forderten. Und dann kamen miese Testvorführungen. Und dann kamen Box-Office-Bomben wie Black Adam, Shazam! 2 und The Flash. Und dann kamen schlechte Vorabpresse und das übliche Ausgießen von „wird-eh-nix“-Kommentaren in entsprechenden Foren oder Netzwerken. Die Zeichen standen alles andere gut und für die umfassenden Nachdrehs, die eine drohende Katastrophe noch abwenden sollten, stand nicht mal genügend Geld zur Verfügung. Das Resultat: 430 Mio. Dollar Umsatz bei kolportierten ~215 Mio. Dollar Budget.
Der Film, von dem sich Warner erhoffte, er könne noch einmal die Milliarden-Grenze knacken, ging im wahrsten Wortsinne seines Titels baden. Leid tun kann einem vor allem James Wan, der stets sehr bedächtig und aufmerksam an seine (bisher sehr erfolgreichen) Sequels und Spin-offs herangegangen war. Wan konnte sich vorstellen, aus der Aquaman-Welt ein ganz eigenes Universum zu entwickeln, das ebenfalls Spin-offs erhalten hätte. Und das Potenzial der Unterwasserwelt(en) ist eigentlich auch riesengroß. Doch Aquaman: Lost Kingdom wird wohl der Sargdeckel auf das alte DCEU sein und bleiben, bevor das Kapitel DC mit dem Reboot durch James Gunn komplett zurückgesetzt wird.
Aber hat er das verdient, der Wassermann im Comicuniversum von DC? Ich mag mich bei Fans des ersten Teils unbeliebt machen und stoße hier gerne noch mal sehr bewusst in eine vielleicht unpopuläre Richtung. Denn wie schon zuletzt bei The Marvels gefällt mir Aquaman: Lost Kingdom deutlich besser, als es die schlechten Kritiken und das Totredegeschwätz in sozialen Netzwerken und Foren mich hätte vermuten lassen. Nicht sensationell gut. Nicht „Wow, was für ein toller Film“-Gut. Aber tatsächlich besser als sein Vorgänger. Und das hat seine Gründe. War meine Hauptkritik bei Aquaman die Rolle des Orm und seine leichenblasse Darstellung durch Patrick Wilson, gefällt er mir als „Buddy“ um Wasserwelten besser als in der Rolle des Gegenspielers.
Plötzlich funktioniert das Ganze zwischen ihm und Momoa und das Brudergezicke ist witziger als die meisten müden Gags aus dem ersten Film. Aquaman: Lost Kingdom ist über weite Strecken ein pures Buddy-Movie, bei dem die zwei Geschwister ihre Differenzen überwinden müssen, um gemeinsam die Welt zu retten. Nee, neu ist das inhaltlich nicht. Alles andere als das. Aber zwischen Wilson und Momoa baut sich eine Chemie auf, über die man glücklich gewesen wäre, wenn sie Heard und Momoa auf gleiche Art und Weise haben oder gehabt hätten. Dazu hat man sich mit den unterschiedlichen (neuen) Welten erneut optisch Mühe gegeben und liefert einiges an Abwechslung. Antagonist Black Manta wirkt mit seiner Puck-die-Stubenfliege-Maske immer noch irgendwie albern, ist nun aber mit zusätzlichen Kräften ausgestattet, die ihn immerhin deutlich bedrohlicher erscheinen lassen. Und so gerät bspw. die Actionszene nach rund einer halben Stunden richtig rasant und unterhaltsam. Außerdem machen die Ausflüge in die unterschiedlichen Welten und Szenarien wirklich Spaß – ob’s die Welt der Deserter ist oder die Kampfsequenz im Versteck von Black Manta, die mich stark an alte James-Bond-Abenteuer erinnert hat.
Bevor man mir aber bloßes Gegen-den-Strom-Schwimmen vorwirft: Lange nicht alles in Aquaman: Lost Kingdom funktioniert. Die Papa-Baby-Ehemann-Szenen zwischen Momoa und seinem Sohnemann sowie dem Trio der jungen Familie hat man in der Form gefühlt tausendmal gesehen. Und sie werden auch nicht witziger, weil jetzt der König von Atlantis auf Spielzeug tritt und nicht irgendein übermüdeter Vater in einer US-Komödie. Dazu sind einige dieser Gags wirklich grenzwertig albern. Nicole Kidman wirkt immer noch, als hätte man ihre Mimik am Computer erzeugt und in sich wirkt das Drehbuch etwas überfrachtet und zerfasert. Vielleicht sind’s die umfassenden Nachdrehs, die den Film (angeblich) noch einmal komplett verändert haben sollen und die auch nicht verhindert haben, dass nicht selten redundante Erklärungen abgegeben werden. Ein paar der verwendeten Filmzitate sind außerdem dermaßen offensichtlich, dass sie kaum noch als Hommage durchgehen (Audienz beim Kingfish in der Zitadelle nach 53 Minuten).
Dass man sich des Umweltthemas relativ prominent angenommen hat, wird nicht allen schmecken, die überall Political Correctness und Moralkeule vermuten, bzw. anprangern. Tatsächlich passt’s in kaum einem anderen Superheldenfilm so gut wie hier, auch wenn es etwas aufgesetzt erscheint. Und dass der Atlantis-Rat deshalb ziemlich stinkig ist, ist sogar gut nachvollziehbar. Hier mischt sich dann eine Spur X-Men-Thematik in die Welt von Aquaman, was wiederum auch nicht allzu deutlich ausgerollt wird. Die mitunter integrierten Horror-Elemente (die gerade anfänglich allerdings wiederum an Herr der Ringe erinnern) stehen Lost Kingdom gut und tragen die Handschrift von james Wan.
Aquaman: Lost Kingdom ereilte das gleiche Schicksal, das zur Zeit für viele (bisweilen sehr gute) Comicverfilmungen zu gelten scheint: Niemand will sie mehr sehen und alle reden sie schlecht. Die Übersättigung mit dem Thema wird vermutlich in Kürze auch nicht abebben und wer weiß, ob James Gunn mit seinem Reboot des DCU mehr Erfolg beschieden ist. Hin und wieder schießen Kritiker und Miesmacher meiner Meinung nach aber übers Ziel hinaus. Ich hatte jedenfalls mit dem zweiten Teil deutlich mehr Spaß als mit dem Vorgänger, weil er meiner Meinung nach tonal ausgewogener ist und als Buddy-Movie wirklich gut funktioniert.
Autor: Timo Wolters - ((Copyright Szenenfotos: © 2023 Warner Home Video. All Rights Reserved.))
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